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Fotograf Gary Busch: Freddie Mercurys Tod hat mich geprägt

10 Mai 2010 2 Comments

Kannst Du Dich erinnern, als Du das erste Mal von AIDS gehört hast? Wie war das, was hast Du empfunden?

In der ersten Hälfte der 80er habe ich das erste Mal von AIDS gehört und man wusste ja noch gar nichts darüber. Im großem Boulevardblatt war ja stets die Rede von der Sex- oder Lustseuche und die meisten waren der Meinung, dass ist nur etwas, was Homosexuelle und Drogenabhängige bekommen. Das fiel zusammen mit der Zeit, in der man seine erste “feste” Freundin hatte. Da schwirrte es einem doch ab und an durch den Kopf und man machte sich auch ab und an Gedanken, was denn dahinter steckt.

Wie gut bist Du heute über AIDS informiert?

Gott sei Dank bin ich heute bedeutend schlauer, als so mancher Berichterstatter damals. Viele Informationen habe ich natürlich, weil ich auch mal etwas “Ordentliches” gelernt habe. Als ausgebildeter Rettungsassistent weiß ich natürlich genau, wie man sich anstecken, aber auch wie man sich ganz einfach schützen kann.

Gibt es ein Erlebnis, dass Deinen Umgang mit AIDS besonders geprägt hat?

Ja, in der Tat, das gibt es. Während meiner Zeit bei der Bundeswehr wachte ich morgens auf und schaltete das Radio ein. Dort kam in den Nachrichten die Meldung, dass Freddie Mercury an AIDS gestorben sei. Hierzu muss ich erwähnen, dass ich absoluter Queen Fan war und bin. Es war erschreckend, vor allem weil es einem klar machte, dass AIDS einem Todesurteil gleich kam. Vermutet hatte man die Krankeit bei Freddie ja schon länger, aber hier wurde man wach gerüttelt, dass alles Geld der Welt nicht reicht für eine Heilung, wo doch eine Mark für ein Kondom das Leben retten konnte. Ironischerweise war die Titelseite der BILD an diesem Tag mit dem Aufmacher “Freddie Mercury: JA, ich habe AIDS!” versehen. Sein Tod war leider schneller.

Hast Du schon einmal Panik gehabt, weil Du kein Kondom benutzt hattest?

Gott sei Dank habe ich solch ein Erlebnis noch nie gehabt und möchte es natürlich auch nie haben. Trotz allem macht man sich immer wieder Gedanken, wenn es um einen AIDS Test geht, ob man sich nicht vielleicht doch angesteckt haben könnte. Die Zeit des Wartens ist da schon genug.

Würdest Du sagen, dass die Aufklärungsarbeit ausreicht oder fehlt Deiner Meinung noch etwas?

Solange sich irgendwo auf der Welt jemand mit HIV ansteckt, haben wir noch lange nicht genug aufgeklärt. Was wir brauchen ist eine sachliche und kompetente Aufklärung. Die Gefahren durch das Virus klar aufzuzeigen auf der einen Seite, aber eben auch klarzustellen, dass Erkrankte im täglichen Umgang keine Gefahr für uns darstellen. Hier sind anscheinend noch sehr große Lücken.

Wie gefällt Dir die Love Rocks Kampagne?

Eine erstklassige Idee, wie ich finde. Wir müssen immer wieder darauf hinweisen, dass Safer Sex die einzige Art ist, sich zu schützen.

Deine Botschaft an die Love Rocks Community

Der alte Spruch “Sei kein Dummi, mach’ s mit Gummi!” hat auch heute noch seine Berechtigung. Ein Kondom kostet nicht mal einen Euro, Sex ohne kostet Euch aber vielleicht das Leben.

Informationen über Gary Bush findet Ihr unter: www.gary-busch.com oder www.facebook.com/gary.busch

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